Förderschwerpunkt Sprache

Warum eine Förderschule ?

Sprache hat eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung und das Lernen eines Menschen. Daher kommt es auch gerade in diesen Bereichen zu Beeinträchtigungen, wenn die Sprache beeinträchtigt ist. So fällt es sprachbehinderten Kindern in den sprachbezogenen Fächern in der Regel schwer, den Anforderungen einer Regelschule zu genügen und in anderen Fächern besteht die Gefahr, dass ihr wahres Leistungsvermögen auf Grund ihrer Schwächen im sprachlichen Ausdruck nicht erkannt wird und nicht zur Entfaltung kommt. Im schlimmsten Fall entwickelt so ein sprachbehindertes Kind, bedingt durch die wiederholten schulischen Mißerfolge, eine Abneigung gegen die Schule und das Lernen überhaupt. Eine möglichst frühzeitige, gezielte Sprachförderung ist das beste Mittel, um dem entgegenzuwirken.

Pädagogisches Konzept

Sprachbehinderte Kinder sind nicht unbegabter als andere Kinder, allerdings müssen die mit ihrer jeweiligen sprachlichen Einschränkung gegebenen, speziellen Lernerfordernisse berücksichtigt werden, damit sie ihr volles Leistungsvermögen entfalten können. Deshalb erstellen wir, auf der Basis durch umfangreiche, diagnostische Verfahren gesammelter Daten, individuelle Förderpläne für jedes uns anvertraute Kind. Der Unterricht findet in kleinen Klassen statt und wird von sprachheilpädagogisch ausgebildetem Lehrpersonal durchgeführt. So ist eine auf den einzelnen Schüler / die einzelne Schülerin zugeschnittene und möglichst wirksame Förderung gewährleistet.

Durchgangsschule

Im Bereich "Schwerpunkt: Sprache" ist die James-Rizzi-Schule als Durchgangsschule konzipiert, d. h., den Kindern, die mit diesem Förderschwerpunkt unterrichtet werden, soll ein möglichst rascher Wechsel auf eine wohnortnahe Grundschule bzw. eine weiterführende Schule ermöglicht werden. Das bedeutet auch, dass in diesem Bereich nach den Grundschulrichtlinien unterrichtet wird, allerdings mit einer durch den sonderpädagogischen Förderbedarf verlängerten Grundschulzeit von fünf Jahren, die sich auf eine sogenannte Eingangsklasse und die Klassen 1. - 4. aufteilt - aber natürlich nicht von jedem Kind in vollem Umfang in Anspruch genommen werden muss.

Eingangsklasse (E-Klasse)

Die Einrichtung einer Eingangsklasse erweist sich als sinnvoll, da sprachbehinderte Kinder häufig noch nicht die Grundvoraussetzungen erfüllen, die allgemein an den Schulanfänger gestellt werden. Der Unterricht in einer Eingangsklasse trägt dem Rechnung und zielt - durch eine intensive, sprachheilpädagogische Förderung - speziell darauf, zunächst die sprachlichen Einschränkungen der Kinder zu vermindern oder abzubauen und sie möglichst schnell in den Stand zu versetzen, den regulären Lernstoff des ersten Schuljahres in Angriff zu nehmen.

Im Einzelnen sind die Ziele des Unterrichts der Eingangsklasse:

  1. zum Sprechen zu motivieren und aktives Sprachverhalten zu fördern und aufzubauen,
  2. eventuell vorhandene Auffälligkeiten im Bereich der Fein- und Grobmotorik, der auditiven und visuellen Wahrnehmung abzubauen,
  3. Lernvoraussetzungen wie Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen und Merkfähigkeit zu verbessern,
  4. ein altersgerechtes, angepasstes Sozial- und Arbeitsverhalten zu entwickeln.

Die Anforderungen, die an das Lehrpersonal gestellt werden, sind in den Eingangsklassen besonders hoch; daher werden die Kinder in diesen Klassen zeitweise von zwei Lehrpersonen unterrichtet. Der Unterricht in Deutsch findet in differenzierter Form statt, zusätzlich gelten dabei die Stundentafeln der Grundschule.